Der Ratgeber zur Unfallversicherung: Alles, was Du zu diesem Thema wissen solltest!

An eine private Unfallversicherung denken die meisten Menschen leider erst, wenn es zu spät ist bzw. es bereits zu einem Unglücksfall gekommen ist. Ihnen ist gar nicht bewusst, dass die gesetzliche Unfallversicherung nur die Unfallkosten übernimmt, die direkt am Arbeitsplatz passieren bzw. beim direkten Rück- und Hinweg dorthin. Wer beispielsweise einen Umweg vom Arbeitsplatz nach Hause macht, um noch kurz was einkaufen zu gehen, und auf diesem Weg in einen Unfall verwickelt wird, erhält keine Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Das bedeutet, bei Unfällen in der Freizeit, zu Hause oder im Urlaub stehen Du oder Deine Lieben ohne Schutz und dadurch auch mit der Kostenübernahme alleine da.

Aufgrund dessen ist es sinnvoll sich über eine private Unfallversicherung Gedanken zu machen. Damit Du Dich über alle aufkommenden Fragen ausreichend informieren kannst, haben wir hier einen Ratgeber erstellt, der alle wichtigen Dinge rund um die Unfallversicherung enthält. Wir zeigen Dir, warum eine Unfallversicherung sinnvoll ist und was Du beim Abschluss beachten solltest. Dafür klären wir komplizierte Begriffe wie „Progression“, „Invalidität“ und „Eigenbewegung“. Abschließend zeigen wir, wie Du Dich beim einem Unfall verhalten musst, um alle Pflichten einzuhalten.

Was ist eine Unfallversicherung?

In der Unfallversicherung dreht sich – wie der Name schon vermuten lässt – alles um den Begriff „Unfall“. Doch was genau ist ein Unfall? Gemäß § 178 Abs. 2 VVG ist ein Unfall ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, was darüber hinaus zeitlich begrenzt ist und durch das die versicherte Person einen unfreiwilligen Gesundheitsschaden oder den Tod erleidet. In diesem Zusammenhang ist jedes einzelne Merkmal wichtig:

  • Plötzlich: Das Ereignis ist zeitlich begrenzt bzw. kurzzeitig eingetreten.
  • Von außen auf den Körper wirkend: Hierbei wirken chemische, elektrische, thermische oder mechanische Kräfte auf den Körper ein. Hierzu gehört auch ein unbeabsichtigter Sturz oder Eigenbewegung. Wird das Unglück durch eine organische Ursache herbeigeführt wie z. B. einen Schlaganfall, so ist das kein Unfall – wird aber von einigen Unfallversicherern dennoch abgesichert.
  • Ereignis: Das unglückliche Ereignis ist nicht durch menschliches Handeln (z. B. Schlagen oder Stoßen) bzw. durch eine Naturkraft (Feuer, Eis oder Wind) herbeigeführt worden.
  • Durch: In der Unfallversicherung gilt das Kausalitätsprinzip, das bedeutet, das Ereignis führt unmittelbar zur Gesundheitsbeeinträchtigung.
  • Unfreiwillig: Dieser Aspekt bezieht sich nicht auf das Ereignis, sondern nur auf die Schädigung! Aufgrund dessen ist ein Selbstmord oder Selbstverstümmelung ausgeschlossen. Verletzungen aufgrund von Rettungseinsätzen, Notwehr oder fahrlässigem Handeln jedoch nicht.
  • Gesundheitsschaden: In diesem Zusammenhang geht es nur um die körperliche Beeinträchtigung, die von einem Arzt festgestellt werden muss. Ausgeschlossen sind hingegen Sachschäden, die im Unfallzusammenhang stehen.

Unfallversicherung für Freizeitsportler?

Brauche ich eine private Unfallversicherung?

Zuerst sei gesagt, dass sich eine private Unfallversicherung für jeden lohnt, da sich beinahe drei Viertel der Unfälle in der Freizeit oder im Haushalt ereignen. In Deutschland kommt es durchschnittlich zu 22.000 Unfällen pro Tag. Das bedeutet, alle vier Sekunden schlägt ein kleineres oder größeres Schicksal zu. Um nach einem Unglücksfall vor erheblichen Einkommensverlusten geschützt zu sein, ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung unumgänglich.

Innerhalb der privaten Unfallversicherung werden alle unfallbedingten finanziellen Mehrbelastungen übernommen. Darüber hinaus bietet die private Unfallversicherung einen Versicherungsschutz rund um die Uhr, weltweit und in allen Lebenslagen. Zudem werden Leistungen durch andere Versicherungen nicht angerechnet. Von der privaten Unfallversicherung wird beispielsweise ein sogenanntes „Invaliditätsgeld“ gezahlt. Eine Invalidität bedeutet nicht nur eine enorme seelische und körperliche Beeinträchtigung, sondern auch hohe finanzielle Kosten für den Betroffenen und die unmittelbaren Familienangehörigen. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Unfallversicherung nicht nur bei Vollinvalidität, sondern auch bei teilweiser Invalidität zahlt. Verliert jemand z.B. durch einen Unglücksfall ein Auge, so wird 50 % der vereinbarten Invaliditätssumme von der Unfallversicherung gezahlt.

Für wen lohnt sich eine private Unfallversicherung am ehesten?

Von einer privaten Unfallversicherung profitieren bestimmte Risikogruppen besonders:

  • Kind: Kindern fehlt noch die Wahrnehmung bzw. das Bewusstsein für mögliche Risikoquellen, die bei Erwachsenen hingegen ausgeprägt sind. Selbst ein harmloser Besuch am Spielplatz kann durch einen Unglücksfall gravierende Folgen nach sich ziehen. In weiterer Folge kann es aufgrund hoher Betreuungskosten, Einkommenseinbußen der betreuenden Eltern, speziell aufwendige Berufsausbildungen sowie eventuelle Umschulung in eine Privatschule zu enormen finanziellen Belastungen kommen.
  • Familie: Eine private Unfallversicherung ist vor allem wichtig, wenn der Hauptverdiener ausfällt, bei Selbstständigen oder bei Nichtberufstätigen, bei denen aufgrund eines Unglücksfalls die gesamte Existenz einer Familie bedroht sein kann. In diesem Zusammenhang werden von der privaten Unfallversicherung sowohl die Freizeitunfälle der berufstätigen Eltern und auch der nicht berufstätigen Eltern geschützt.
  • Sportler: Egal ob Sport regelmäßig als Hobby oder professionell getrieben wird – Menschen, die viel Sport treiben, sollten unbedingt eine private Unfallversicherung abschließen. Egal ob gefährliche Sportarten wie Skifahren betrieben werden oder lediglich im Verein Fußball gespielt wird, Sportunfälle können laufend passieren und sind meistens mit hohen finanziellen Kosten bzw. körperlicher Beeinträchtigung verbunden. Für sehr aktive Menschen kann sich auch eine spezielle Sportunfallversicherung lohnen. Es gibt Anbieter, die für bestimmte Sportarten eine spezifische Sportunfallversicherung anbieten, wie beispielsweise hepster. Hier hast Du alle grundlegenden Leistungen plus Highlights-Leistungen für Deine Sportart!
  • Rentner: Aufgrund der nachlassenden Beweglichkeit und körperlichen Fitness sind ältere Menschen, genauso wie Kinder, besonders unfallgefährdet. Selbst alltägliche Tätigkeiten wie Treppensteigen, die für jüngere Menschen kein Problem darstellt, können zu enormen Stürzen führen. Da auch Rentner nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung erfasst werden, profitieren diese auf jeden Fall durch den Abschluss einer privaten Unfallversicherung.

Private Unfallversicherung: Vergleich mit Krankenversicherung

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die verschiedenen Versicherungen untereinander abzugrenzen. Bei der Krankenversicherung werden in einem Unglücksfall zwar die Behandlungskosten übernommen, jedoch erhält der Versicherte nach dem Behandlungsabschluss keine weiteren Leistungen mehr. Infrage kommt lediglich noch ein Krankengeld. Eine private Unfallversicherung bietet hingegen eine finanzielle Rücklage, mit der sogar eventuelle Umbauten am Haus bzw. der Ausgleich eines Verdienstausfalls möglich ist. Wobei zu erwähnen ist, dass es auch bei der Krankenversicherung zwei verschiedene Arten gibt, nämlich die private und die gesetzliche Krankenversicherung. Bei der privaten Krankenversicherung (kurz: pkv) richtigen sich die Beiträge nach der Leistung, die frei wählbar sind und die Familienmitglieder sind nicht mitversichert. Die Leistungen der gesetzlichen Krankversicherung (kurz: gkv) sind gesetzlich verankert, die Beitragshöhe richtet sich nach dem Einkommen und Familienmitglieder sind mitversichert.

Private Unfallversicherung: Vergleich mit Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat den Zweck das Einkommen abzusichern, wobei die Unfallversicherung für finanzielle Belastungen durch den Unglücksfall aufkommt. Versichert ist bei der privaten Unfallversicherung eine dauernde Invalidität und bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wie schon der Name sagt die Berufsunfähigkeit, bei der der Versicherte mindestens zu 50 % arbeitsunfähig ist für die Dauer von mindestens sechs Monaten. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Leistungsform. Die private Unfallversicherung zahlt entweder eine einmalige Kapitalleistung, eine lebenslange monatliche Rente oder eine Kombination von beiden. Im Falle einer Berufsunfähigkeit wird von der Berufsunfähigkeitsversicherung nur eine vertraglich festgelegte Rente für einen bestimmten Zeitraum ausgezahlt.

Private Unfallversicherung: Vergleich mit der gesetzlichen Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung versichert lediglich den Arbeitsplatz mit Hin- und Rückweg bzw. die Arbeitszeit, die private Unfallversicherung bietet einen weltweiten Schutz rund um die Uhr, das heißt jederzeit auch im Ausland. Die Beitragshöhe bestimmt bei der gesetzlichen Unfallversicherung der Arbeitgeber und bei der privaten Unfallversicherung ist die Höhe abhängig vom Leistungsumfang und der Gefahrengruppe.

Warum eine private Unfallversicherung sinnvoll ist

Wie schon erwähnt, kommt eine gesetzliche Unfallversicherung nur für Arbeitsunfälle und für den Hin- und Rückweg auf. Auch Selbstständige bzw. Unternehmer können der gesetzlichen Unfallversicherung freiwillig beitreten. Um seine Lieben jedoch auch außerhalb des Geltungsbereichs der gesetzlichen Unfallversicherung abzusichern, ist es sinnvoll eine private Unfallversicherung abzuschließen. Nachfolgend einige Beispiele, warum der Abschluss einer privaten Unfallversicherung Sinn macht:

  • Du fährst nach der Arbeit gleich zum Sport oder erledigst noch schnell einen Einkauf? In einem Unglücksfall fällt beides nicht in den Geltungsbereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Eine private Unfallversicherung schützt auch in diesem Fall.
  • Ein großer Vorteil der privaten Unfallversicherung ist auch, dass auch dauerhafte Verletzungen infolge von einem Hobby oder einer sportlichen Aktivität gedeckt sind.
  • Dein Kind fährt nach dem Lernen noch zu einem Freund spielen? Dann ist der gesetzliche Unfallschutz nicht mehr gegeben. Daher ist es wichtig, dein Kind durch eine private Unfallversicherung zu schützen.

Um das Ganze noch weiter zu verdeutlichen drei Fälle aus der Praxis:

Beispiel 1: Der siebenjährige Sebastian ist ein sehr sportliches und lebendiges Kind. Trotzdem kommt es auf dem Spielplatz zu einem Unglücksfall und er fällt vom Klettergerüst. Durch diesen folgenschweren Sturz wird er sein Leben lang behindert bleiben. In diesem Fall werden die Mehrkosten durch die private Unfallversicherung gezahlt. Dazu zählen:

  • Einsatz einer Betreuungshilfe für Sebastian.
  • Zusätzlich tritt seine Mutter beruflich kürzer und kann nicht mehr so viel verdienen wie zuvor.
  • Sebastian erhält teure Therapien, die nicht von zuständigen Sozialversicherungsträgern abgedeckt sind.
  • Ein Fahrdienst fährt Sebastian zur Schule und holt ihn wieder ab.
  • Später ist es möglich, dass Sebastian eine behindertengerechte Berufsausbildung absolvieren kann.

Beispiel 2: Samu ist 21 Jahre alt und bewohnt als Berufsanfänger eine kleine Dachwohnung ohne Aufzug. Bei einem Sportunfall mit dem Fahrrad erleidet er eine schwere und dauerhafte Gehbehinderung. Die private Unfallversicherung springt sowohl für den Umzug in eine geeignete Wohnung ein, auch höhere Mietkosten sind abgedeckt. Zudem werden spezielle Umbauten am Auto gezahlt, genauso wie Therapien und Gehhilfen.

Beispiel 3: Die 73-jährige alleinstehende Hannelore stürzt in ihrem zu Hause auf der Treppe. Sie kommt ins Krankenhaus und schon bald kann sie wieder mit einem Gipsbein nach Hause. Die Heilung erfolgt jedoch nicht zufriedenstellend und sie wird dadurch auf Dauer eingeschränkt sein. Die private Unfallversicherung kommt in diesem Fall sowohl für die Kosten einer Betreuerin auf, die Hannelore täglich pflegt, als auch für die Kosten für Mobilitätshilfen und Therapien die von der Krankenversicherung nicht bezahlt werden.

Welche Leistungen bietet die private Unfallversicherung?

Die wichtigsten Leistungsarten der privaten Unfallversicherung auf einen Blick:

Invaliditätsleistung:

Diese zählt zu der bedeutendsten und wichtigsten Leistungsart der Unfallversicherung. Alle anderen Leistungen können nur zusammen mit der Invaliditätsleistung vereinbart werden. Die Leistungshöhe richtet sich nach dem Grad der Invalidität, wobei der Versicherte bei Vollinvalidität die volle vereinbarte Versicherungsleistung erhält und bei einer Teilinvalidität den entsprechenden Leistungsanteil. Der Invaliditätsgrad wird nach der Gliedertaxe festgesetzt. Tarife basieren zumeist auf einer Progression, was bedeutet, dass sowohl eine Grundsumme als auch ein Progressionsgrad vertraglich festgelegt werden. Das hat zur Folge, dass die ausgezahlte Summe sich überproportional mit steigendem Invaliditätsgrad erhöht.

In diesem Zusammenhang ist es notwendig einige Begriffe zu definieren:

  • Invaliditätsgrad: Dieser drückt aus, wie stark Dein Körper (in Prozent) eingeschränkt ist und wird über die Gliedertaxe definiert. Danach richtet sich die Höhe der Entschädigung der privaten Unfallversicherung. Der Grad der Invalidität wird vom behandelnden Arzt frühestens nach einem Jahr festgestellt.
  • Gliedertaxe: Um die Entschädigungshöhe zu bestimmen, orientiert sich die Versicherung an einer sogenannten „Gliedertaxe“. In dieser ist festgelegt, wie viel Prozent der Invalidität die vollständige Gebrauchsunfähigkeit bzw. der vollständige Verlust von Gliedmaßen bedeutet. Jedem Körperteil bzw. –bereich wird von der Versicherung ein Invaliditätsgrad in Prozent zugeordnet. Das bedeutet, dass beim Verlust eines Fußes Du mehr Geld als beim Verlust eines Fingers erhältst. Je wichtiger ein Körperteil, desto höher der Prozentsatz.
  • Progression: Die meisten Tarife werden mit einer Progression vereinbart und dadurch steigt die Invaliditätsleistung ab einem bestimmten Grad der Invalidität progressiv (überproportional) an. Der Zweck dahinter ist, dass der Versicherte bei einem besonders schlimmen Unfall mit einer besonders hohen Invalidität eine überproportional hohe Invaliditätsleistung erhält, um beispielsweise Umbaumaßnahmen vornehmen zu können.
  • Versicherungssumme: Die Versicherungssumme ist im Versicherungsrecht die Summe, die durch eine Police im Höchstfall abgedeckt ist. In der Unfallversicherung setzt sich die Versicherungssumme meist aus einer Grundsumme und einer Progression zusammen

Todesfallleistung

Diese Leistung wird dann von der Versicherung ausgezahlt, wenn der Versicherte innerhalb des ersten Jahres nach dem Unglücksfall an den Unfallfolgen verstirbt. Dies dient vor allem dazu die finanziellen Belastungen zu decken, die den Hinterbliebenen nach dem Tod des Versicherten entstehen.

Übergangsleistung

Die volle Invaliditätsleistung wird frühestens nach 12 Monaten nach dem Unglück ausbezahlt, sofern das Heilungsverfahren noch nicht zur Gänze abgeschlossen wurde. Um die Zeit bis zur Fälligkeitszahlung zu überbrücken, kann eine Übergangsleistung vereinbart werden. Diese wird in der Regel nach 6 Monaten und mindestens 50 %-iger unfallbedingter Beeinträchtigung von der Versicherung gezahlt.

Krankentagegeld vs. Krankenhaustagegeld

Wird der Versicherungsnehmer ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt, so wird von der Versicherung für den Aufenthaltstag das vertraglich vereinbarte Krankenhaustagegeld gezahlt. Damit werden alle Kosten gedeckt, die während des Krankenhausaufenthaltes entstehen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass es auch eine zusätzliche freiwillige Krankentagegeldversicherung gibt, um eventuelle Einkommensausfälle aufgrund längerer Krankheiten oder nach Unfällen auszugleichen bzw. zu mindern. Besonders relevant ist eine Krankentagegeldversicherung für Selbstständige und privat versicherte Arbeitnehmer.

Unfallrente

Neben einer Einmalzahlung kann zusätzlich eine lebenslange Unfallrente vereinbart werden. Diese monatliche Rente wird so lange gezahlt, solange ein Grad der Invalidität von wenigstens 50 % besteht.

Was sollte ich bei der Auswahl einer Unfallversicherung beachten?

Vor dem Abschluss einer privaten Unfallversicherung sollten einige wesentliche Aspekte beachtet werden. Nachfolgende Empfehlungen können dir bei der Auswahl einer Unfallversicherung helfen:

Versicherungssumme

Die größte Bedeutung sollte der Versicherungssumme zufallen. Oft ist es so, dass bereits eine sehr geringe Invalidität den Alltag erheblich erschweren kann. Dementsprechend ist es ratsam, als Berufstätiger, die Mindestsumme nach dem Alter und dem Bruttojahreseinkommen auszurichten. Der Verein Bund der Versicherten empfiehlt eine Faustregel, womit du einfach deine Grundinvaliditätssumme festsetzen kannst:

Empfohlene Grundinvaliditätssumme:

  • Bis 30 Jahre: 6x Bruttojahreseinkommen
  • Bis 40 Jahre: 5x Bruttojahreseinkommen
  • Bis 50 Jahre: 4x Bruttojahreseinkommen

Progression

Eine geeignete private Unfallversicherung zu finden ist gar nicht so einfach. Wichtig ist es jedoch in jedem Fall eine überproportionale Steigerung bei einem hohen Grad der Invalidität im Vertrag zu vereinbaren. Ratsam ist ein Wert zwischen 225 und 350 Prozent. Letztendlich ist die Höhe aber eine Kostenfrage. Die Invaliditätsleistungen erhöhen sich dadurch bereits ab einem Grad der Invalidität ab 25 % enorm, doch gleichzeitig steigt auch die Summe der Versicherungsbeiträge.

Gliedertaxe

Je nach Berufsgruppe kann es sinnvoll sein eine verbesserte Gliedertaxe für einzelne Körperteile zu vereinbaren z. B. Hände oder Augen.

Invaliditätsgrad

Bei den meisten Anbietern einer Unfallversicherung erhältst du bereits ab einem sehr geringen Grad der Invalidität eine Invaliditätsleistung. Diese Auszahlung ist jedoch nicht wirklich hoch und durch eine geringe Invalidität bist du auch kaum eingeschränkt und daher auch nicht auf eine Geldleistung angewiesen. Um eine günstigere Prämie zu zahlen, kann es durchaus sinnvoll sein, eine Leistung erst ab einem 10%-igen Grad der Invalidität zu vereinbaren.

Unfallversicherung ohne Gesundheitsfragen

Eine private Unfallversicherung zahlt grundlegend nur dann, wenn die Schädigung durch ein unglückliches Ereignis passiert ist. Eine vorausgegangene gesundheitliche Einschränkung ist im Falle eines Unglücks meistens nicht ausschlaggebend. Aufgrund dessen gibt es immer mehr Anbieter einer Unfallversicherung mit verkürzten oder ohne Gesundheitsfragen.

Um das zu verdeutlichen ein kurzes Fallbeispiel: Der Versicherungsnehmer der Unfallversicherung hatte bereits bei Vertragsabschluss einen Bandscheibenvorfall. Diese Person wurde im Straßenverkehr in einen Autounfall verwickelt, der zu einer schweren Invalidität führte. In diesem Fall hatte der Bandscheibenvorfall keinerlei Einfluss auf den Autounfall und ist daher auch nicht ausschlaggebend für diesen Versicherungsfall. Oftmals wird eine höhere Versicherungsprämie aufgrund von Vorerkrankungen berechnet und daher kann es Sinn machen, sich für eine Unfallversicherung ohne Gesundheitsfragen zu entscheiden.

Eigenbewegung

Laut der Unfalldefinition zu Beginn, ist eine sogenannte „Eigenbewegung“ nicht von der Unfallversicherung gedeckt. Knickst Du beispielsweise aus freien Stücken beim Treppensteigen um, so handelt es sich um eine Eigenbewegung in der Unfallversicherung. Auch ein Fußballspieler, der ohne Einwirkung des Gegenspielers umknickt und sich das Kreuzband reißt, fällt unter die Eigenbewegung, die von den meisten Unfallversicherungen nicht mitversichert sind. Dieser Punkt sollte nicht nur bei Sportlern in den Vertrag aufgenommen werden! Zumindest bei hochwertigeren Tarifen ist die Eigenbewegung meist auch schon standardmäßig dabei , zum Beispiel bei unseren hepster Unfallversicherungen. hepster bietet Dir umfassenden Versicherungsschutz durch eine Unfallversicherung , auch speziell für Deinen nächsten Skiurlaub mit der Skiunfallversicherung.

Wie sollte ich mich im Versicherungsfall verhalten?

Nach einem Unglück ist es wichtig so schnell wie möglich die Versicherung darüber zu informieren. Hierfür kann entweder ein Unfallmeldeblatt online ausgefüllt werden oder Du rufst bei Deiner Unfallversicherung an. Dabei ist es wichtig alles gewissenhaft und ausführlich auszufüllen. Bei den meisten Versicherern ist die letzte Seite der Unfallmeldung dem behandelnden Arzt vorbehalten, der Informationen zur Behandlung bzw. mögliche Folgen des Unfalls angeben muss. Bei einigen Unfällen werden von der Unfallversicherung noch zusätzliche Informationen benötigt, wie beispielsweise KFZ-Lenkerinformationen bei Autounfällen oder ein Polizeibericht.

Wichtig ist es – egal auf welchem Weg – den Unfallhergang bzw. das Unglück der Versicherung rechtzeitig zu melden. Die Frist findest Du in den Versicherungsbedingungen der jeweiligen Versicherung. Achtung: Meldest Du den Unfall nicht rechtzeitig, verstößt Du gegen Deine Versicherungspflichten und die Unfallversicherung befreit sich von ihrer Leistungspflicht. Daher ist es immens wichtig die Frist einzuhalten!

Hinsichtlich der Frist gibt es jedoch auch Ausnahmen. Ist der Gesundheitszustand kritisch und Du bist nicht in der Lage das Unglück zu melden, so kann die Unfallversicherung nicht so leicht aus der Haftung aussteigen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Frist immer für den Versicherungsnehmer gilt. Ist beispielsweise die Frau mitversichert und wurde bei einem Autounfall verletzt, so muss der Mann der Versicherungsnehmer das Unglück innerhalb der Frist melden. Je früher die Meldung erfolgt, desto schneller kann auch die Unfallversicherung den Fall prüfen und desto schneller kommst Du auch an Dein Geld.

Fazit: Lohnt sich eine private Unfallversicherung wirklich?

Eine Unfallversicherung schützt vor den teuren Folgekosten eines Unfalls in der Freizeit. Gerade für Sportler oder Menschen, die andere Hobbys mit erhöhter Unfallgefahr betreiben, ist sie daher empfehlenswert. Hierbei solltest Du dann aber genau auf die Leistungen der Versicherung schauen. So sollte natürlich die Sportart, die Du am häufigsten ausübst, mit abgesichert sein. Außerdem ist es sinnvoll, Eigenbewegungen und erhöhte Kraftanstrengung einzuschließen, um alle Eventualitäten abzudecken.

Neben Sportlern kann eine Unfallversicherung für Kinder und Senioren ebenfalls sinnvoll sein. Doch auch hier sollte genau auf die Versicherungsleistungen geschaut werden, da die meisten Versicherer spezielle Tarife für diese Lebensphasen haben.